Geschichtliches - Arbeitskreis Stadtteilentwicklung Kempten-Thingers

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Arbeitskreis (AKST) > Historie


Chronik des Arbeitskreises „Stadteilentwicklung Kempten-Thingers“ (AKST)


1977         Eine Arbeitsgruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger aus dem Kemptener Norden findet
                sich zusammen, um den sozialen und kulturellen Gemeinsinn im neuen Stadtteil Thingers
                aufzubauen und zu pflegen.

1997         Die Zustände in Thingers Nord und negativen Schlagzeilen der
                90er Jahre über den Stadtteil rufen Unmut der Bürger hervor.
 
Nov. 1997  1. Zusammenkunft der „Arbeitsgruppe von Mitbürgerinnen und Mitbürgern" im Jugend-
                zentrum Thingers. Dr. Alfred Glocker,
 Siegfried Oberdörfer, Martin Kaiser, Hans-Peter
                Kalmuk, Walter
und Gaby Steiner, Helga Nägerle und Gabi Reichert, um nur einige zu
                nennen, wurden aktiv.
 
1998         Die Stadtoberen luden zur 1. Bürgerversammlung in das Jugendzentrum Thingers ein. Die
                1997 entstandene
  Arbeitsgruppe von Mitbürgerinnen und Mitbürgern wurde jetzt konkret
                tätig. Sie
nannte sich nun „Arbeitskreis Stadtentwicklung Thingers (AKST)".
 
1998         1. Zusammenkunft des AKST in der ev. Luth. Markuskirche. Dr. Alfred Glocker wird erster
                AKST-Sprecher. Ab sofort gab es hier,
monatliche offene Treffen zum Thema Stadtteil.
 
1999         Das Thingersfest wird auf Anregung von Wolfgang Hennig und Siegfried Oberdörfer neu
                belebt.
 
2000         Wolf Hennings wird AKST – Sprecher.
 
2000         Das Projekt „Soziale Stadt Thingers" startet.
 
Juli 2001    ikarus.thingers e.V. wird am 25.07.2001 gegründet.
 
Juli 2007    Peter Kalmuk wird AKST - Sprecher.
 
2010          Als Nachfolger des „Quartiersmanagement Soziale Stadt“ wird das Stadtteilbüro als zen-
                 trale Koordinationsstelle in Thingers eingerichtet, welches Frau Kiymet Akan leitet.

Ende 2010  Das Projekt „Soziale Stadt Thingers" endet. Die Stadt zieht eine positive Bilanz.
 
Jan. 2012   Kiymet Akan wird  AKST – Sprecherin.
 
Mai 2013    Willi Stiewing wird AKST – Sprecher.

Der Arbeitskreis Stadtteilentwicklung Thingers (AKST) – ein paar geschichtliche Anmerkungen

Die negativen Schlagzeilen der 90iger Jahre über den Stadtteil Thingers sind heute glücklicherweise oftmals verges-sen. „Krieg in Thingers“ hieß einmal eine Überschrift in der Allgäuer Zeitung über die damaligen Zustände. Vermehrter Polizeieinsatz, Menschen fühlten sich bedroht, Jugendliche rotteten sich zusammen,  Häuser waren verschmiert und unansehnlich, normale Regeln des Miteinanders wurden oftmals nicht eingehalten. Menschen verstanden einander nicht.

Kaum Freizeitmöglichkeiten, im Jugendzentrum mangelte es an Betreuungskräften, die Kindergärten überfüllt, die Straßen oftmals Rennstrecken für Rücksichtslose, Geschäfte schlossen, kein Verein, kein Begegnungszentrum, keine Gaststätte, langjährige Bewohner zogen frustriert fort...

Es gab jedoch einige Mitbürger, die etwas dagegen tun wollten.  Alfred Glocker, Siegfried Oberdörfer, Martin Kaiser, Hans-Peter Kalmuk, Walter und Gaby Steiner ... um nur einige zu nennen. Im November 1997 fand die erste Zusammen-kunft im Jugendzentrum statt, und denkwürdig war die erste Bürgerversammlung 1998 zu den vielen offenen Fragen. Die Emotionen kochten hoch. Beschuldigungen, Anfeindungen, Sprachlosigkeit, Entsetzen über die Zustände. Die Stadtobe-ren, die dazu eingeladen hatten, erfasste ebenfalls Ratlosigkeit. Eine bereits 1977 entstandene  Arbeitsgruppe von Mit-bürgerinnen und Mitbürgern wurde jetzt konkret tätig. 


Sie nannte sich nun „Arbeitskreis Stadtteilentwicklung Thingers“  

mit dem Logo:    


Gemeinsam überlegen, nach Lösungen Ausschau halten und auf keinen Fall aufgeben, war ihr Anliegen. Da kein öffent-licher Raum als neutraler Treffpunkt zur Verfügung stand, schaltete sich die Evang.- Luth. Markuskirche ein. Ab sofort gab es hier unter Führung des damaligen Pfarrers Wolf Hennings monatliche offene Treffen zum Thema Stadtteil. Es war und blieb ein Treffen, das für alle Interessierten offen war.

Große und kleine Ziele wurden angesprochen, Lösungsvorschläge erarbeitet und an die Stadtverwaltung weiterge-geben. Fachleute und Institutionen wurden um Rat gebeten oder mussten Rede und Antwort stehen. Dinge, die heute für viele Selbstverständlichkeiten und Realitäten sind, waren im AK Stadtteilentwicklung Thingers 1998 bis 2000 Thema und wurden später im Projekt „Soziale Stadt Thingers“ umgesetzt: Bewusstes Aufeinander-Zugehen auf zugezogene Fremde, Konfliktbewältigung bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, Aufstockung des Personals des Jugendzentrums und die Wiederbelebung des Thingersfestes waren erste Maßnahmen. Es folgten die Schaffung eines Stadtteilbüros mit einem hauptamtlichen Quartiersmanager (Thomas Reuss), die erste Errichtung eines Raums als Begegnungsstätte (heute der Bürgertreff) für unterschiedliche Aktivitäten der Bevölkerung und die Herausgabe der Stadtteilzeitung. Viele unterschied-liche soziale Maßnahmen wurden ergriffen, die damalige „Betonwüste“ vor dem Thingerstreff mitsamt Parkplatz zum heutigen schönen Platz als Ortsmittelpunkt umgebaut. Der Bau von  Spielplätzen, des Sportplatzes an der Heiligkreuzer Straße, des Bürgerparks und des Bürgertreffs als ein Begegnungsplatz im Quartier folgten. Die Veränderung der Straßen,  die Abschaffung der Fehlbelegungsabgabe, eine bessere Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs an die Stadt waren weitere positive Schritte. Das kulturelle Leben und die Integration im Stadtteil mussten vorangebracht werden. Ein Ver-ein, der das Leben dieses Stadtteiles Zug um Zug und nachhaltig verbessern sollte, wurde gegründet: 

ikarus.thingers e.V.“  Der Verein für Integration, Kultur und Sport  hilft wesentlich dabei mit, 
dass der Stadtteil  für alle seine Bewohner  eine lebenswerte und liebenswerte Heimat sein kann. 

Auch die Verantwortlichen der Stadt Kempten zogen mit
Beinahe alle Wünsche und Verbesserungsgedanken, die über den Arbeitskreis eingebracht wurden, konnten umgesetzt werden. Etwa 14 Millionen Euro wurden bis zum Jahr 2010 vorwiegend  im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt Thingers“ für die erwähnten Maßnahmen im Stadtteil ausgegeben. Die Fraktionen im Stadtrat, der Integrationsbeauf-tragte, die Amtsleiter der Stadtverwaltung, das städtische Wohnungsbauunternehmen Sozialbau, der Eigentümer des Thingerstreffs …. alle zogen an einem Strang ! Der Arbeitskreis achtete dabei ständig auf den zügigen Fortgang der gesamten ergriffenen Maßnahmen. Dazu trafen sich seine Mitglieder  seit 1998 regelmäßig einmal im Monat-  außer in den Ferien - und treffen sich so heute immer noch!

Was unter der Federführung von Dr. Alfred Glocker, Wolf Hennings, Hans-Peter Kalmuk, Kiymet Akan - und jetzt Willi Stiewing - begann und geschah, wird fortgeführt. Der Arbeitskreis Stadtteilentwicklung Thingers ist heute mehr als früher eine Zusammensetzung der unterschiedlichen Akteure im Stadtteil: Kirchen, Parteien, Einrichtungen, Schulen .... Leider nahm die Zahl der aktiven Bürgerinnen und Bürger stetig ab. Wahrscheinlich, weil viele der Missstände sich heute zum Guten gewendet haben und die erreichten Verbesserungen kontinuierlich weitergeführt werden.  

Neue Aufgaben, die sich heute stellen, sind nach wie vor stadtteilübergreifend. Der jetzige Koordinator und Sprecher Willi Stiewing sagt:


Der AKST will eine  Plattform und das Sprachrohr für die Anliegen aller Mitbürger sein,

gerade jener, die nicht in einer Einrichtung oder in einem Verein engagiert sind. 


Lesen Sie bitte auch die zweimonatlich erscheinende Stadtteilzeitung "Thingers Zeitung
"!

Wolf Hennings, Siegfried Oberdörfer

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